Elba, antiker Kreuzweg der Völker und Kulturen

Die Insel Elba rühmt sich mit einem geschichtlichen Erbgut, das es zu entdecken gibt: vorgeschichtliche Menhire, etruskische Ruinen, römische Villen, spanische Festungen, napoleonische Residenzen, Marienkirchen und weitere Museen und Gemäldegalerien.

Wenn ihr Kulturliebhaber seid, dann habt ihr wirklich Glück, euch an diesem Ort zu befinden. Gerade eben weil diese Insel vom Meer umgeben und für ihre Reichtümer an Erz und in der Landwirtschaft bekannt ist, ist sie schon immer ein Kreuzweg der Völker gewesen, Jeder dieser Völker hat in den vergangenen Jahrtausenden offensichtliche Spuren auf dem Territorium gelassen, einige von ihnen müssen noch immer entdeckt werden: eben deshalb gibt es vor Ort Verbände, die sich der archäologischen Forschung widmen und sich immer über helfende Hände freuen.

Ihr müsst also nichts anderes tun, als euch auszutoben und das tun, was euch am Herzen liegt. Das prähistorische Zeitalter? Die Wege zum Monte Capanne, das enorme Gebirgsmassiv im Osten der Insel, könnten ideal für euch sein(ohne die natürliche und landwirtschaftliche Schönheit der Pfade, die ihr durchlaufen werdet, zu vergessen). Oder aber ihr interessiert euch für das geschichtliche Zeitalter? Also los, Rucksack über die Schulter und schon gilt es die Ruinen der etruskischen Festungsmauern in Höhenlage zu erkunden, hoch über Procchio, Marina di Campo und Portoferraio. Oder ihr kostet vom antiken Reichtum der Insel indem ihr die römischen Villen zur Zeiten Claudias, wie beispielsweise die Höhlen gegenüber von Portoferraio oder die der Agrippa in Pianosa besichtigt.

Und was sagt man über die historisch-religiösen Gebäude? Ihr könnt die ersten elbanischen Marienkirchen in Marciana entdecken, die Madonna del Monte, und die der fremdländischen Heiligen, die Santa Barbara, in Rio Marina. Dort könnt ihr Gemälde der Jungfrau bewundern, umhüllt von wunderbaren Legenden wie die der „Della Grazia“ in Capolivieri, die dem Anhänger Michelangelos, Marcello Venusti, zugeschrieben wird. Intrigant gestaltet sich auch ein Besuch in der Pfarrei Santuario della Madonna Nera von Monserrato, die von den Spaniern am Porto Azzuro erbaut wurde. Die Pfarrei befindet sich auf dem Gipfel eines Hügels und ist umringt von einem karstigen Tal, ein so verführerischer Ort, das ihn auch Napoleon öfters aufsuchte.

Geschichtliche Ausflüge, um die antike Vergangenheit der Insel nachzuempfinden. Die spanischen Festungen des 17. Jahrhunderts, die die Cala di Mola im festen Griff hielten und sie beschützten, sind Zeugen der kriegerischen Vergangenheit der Insel. Wenn ihr aber lieber ein Zeugnis der „Schönheit“ der Renaissance wollt, dann solltet ihr den Ausflug zu den mediceischen Mauern in Portoferraio nicht verpassen, die altertümliche Cosmopoli. Und wenn ihr schon in der Gegend seid, warum besucht ihr nicht auch gleich die Residenzen des Napoleon? Die Villa die Mulini in Portoferraio und das „rustikale“ Haus auf dem Land, in San Martino, wurden glanzvoll von dem Turiner Antonio Vincenzo Revelli eingerichtet.

Es gibt viele Orte, in denen man die elbanische Kunst einatmen kann. Vorbei an der malerischen Salita Napoleone, eine Freitreppe aus rosafarbenen Steinen in der Altstadt von Portoferraio, könnt ihr die l`ex-Caserma De Laugier erreichen. Heute dient die Kaserne als Kulturzentrum mit der Gemäldegallerie Foresiana mit ihren Werken aus dem 19. Jahrhundert. Ihr könnt euch aber auch einfach zwischen den vielen Burgen der Insel verlieren und die Chance ergreifen, die elbanische Kunst und vor allem diejenigen, die sie berühmt gemacht haben, neu zu entdecken: die legendären böhmischen pittori delle Dune, Künstler verschiedenster Strömungen, die bis zu den 50er Jahren auf den wilden Stränden von Procchio ihr Lager aufschlugen, um ihrer Begierde, die Schönheit Elbas darzustellen, freien Lauf zu lassen. Sogar De Chirico stand ihnen zur Seite.

Aber auch unzählige zeitgenössische Künstler haben ihren Sitz auf der Insel: ihre Ateliers können nach Vereinbarung besichtigt werden. Ihr könnt also mit ihnen bei einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Wein plaudern und eine Welt voller Kreativität entdecken, von einem Teil der Insel zu einem anderen wandernd. Und wenn ihr, zwischen einem Museumsbesuch und einer Plausch im Atelier Lust auf einen Schnorcheln im Meer bekommen solltet? Kein Problem, der nächste Strand ist nur ein paar Meter entfernt.