Gorgona, die Kleinste der Inselgruppe

Die Insel Gorgona ist ein wertvolles Schmuckkästchen, das dank ihrer Isolation erhalten geblieben ist. Die Insel zu erreichen gleicht einem Abenteuer, das die Anstrengung aber wert ist.

Die Insel Gorgona ist die kleinste und nördlichste Insel des Toskanischen Archipels. Sie befindet sich im Ligurischen Meer und gehört somit zum 37 Kilometer entfernten Livorno. Sie erscheint euch fast wie ein grüner Berg mitten im Meer, auch wenn behauptet wird, dass von der toskanischen Küste aus gesehen ihre Silhouette an das Profil eines weibliches Gesichts oder aber an einen enormen im Horizont eingebetteten Walfisch erinnert.

Eine landwirtschaftliche Strafkolonie hat das Territorium bewahrt. Seit 1869 ist die Insel eine landwirtschaftliche Strafkolonie: aus diesem Grund ist es untersagt, sich der Küste zu nähern und heute noch müsst ihr euren Besuch etwas im Voraus planen. Fragt einfach im Touristenzentrum auf Elba nach, dort werdet ihr alle nötigen Informationen erhalten. Die Gegenwart des Gefängnisses hat dafür gesorgt, dass die Insel kaum bewohnt ist (heute zählt man nur 60 Bewohner zu den Strafgefangenen hinzu) und dadurch die Küsten bewahrt wurden. Dadurch wurde sie zu einem kleinen weltlichen Paradies, welches derzeit zum Nationalpark des Toskanischen Archipels angehört. Ihre maximale Höhe beträgt 255 Meter und ihre Oberfläche lediglich 2 km².

Und die Anreise? Wenn ihr vom Hafen Livorno aus abreist, werdet ihr mit der Fähre nach etwa einer Stunde an der Ostküste ankommen, um auf dem Landeplatz Scalo di Gorgona anzulegen. Über diesem Platz liegt ein niedliches Fischerdörfchen, das  Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und von antiken Befestigungsanlagen überragt wird: der altertümliche Torre Vecchia, von den Pisanern 1283 erbaut, dominiert majestätisch steil über dem Meer, auch wenn der Turm halb zerfallen ist. Und nicht zu vergessen der etwas jüngere Torre Nuova Medicea, von dem Großherzog Cosimo I de`Medici erbaut.

Eine kleine Insel mit einem grünen Herzen. Die Ostküste, die „sanftere“, ist durch die drei Täler gekennzeichnet, die den drei Buchten gleichkommen: Cala Maestra, Cala Marcona, Cala Scirocco. Ihre Meersgründe, seit Zeiten geschützt, vor allem vor dem Menschen, haben zu einem Wohlstand an seltenen und auserlesenen Meereslebewesen beigetragen: Neptungräser, Languste, Hummer, edle Steckmuscheln, Gorgonien und unendlich viele verschiedene Fischarten. Die Westküste ist wiederum durch eindrucksvolle Klippen steil über dem Meer gekennzeichnet. Hier regiert der mediterrane Niederwald mit Wäldern aus Steineiche und Aleppo-Kiefern. Die Flora der Insel rühmt sich mit über 400 Pflanzenarten zwischen denen sich Wildkaninchen tummeln. Doch hört! Ihr könntet die Melodien einiger sesshaft gewordener Vögel wie Möwen und Schwalben vernehmen. Ganz so wie die anderen Perlen des Toskanischen Archipels wird euch auch Gorgona einen Schmaus an Naturwundern und malerischen Landschaften bieten.

Eine Insel die ihren Ursprung in sehr antiken Epochen hat. Ihre strategisch gute Position, an der Grenze zwischen dem Ligurischen und dem Tyrrhenischen Meer, gab in der Vergangenheit Anlass zu Streitigkeiten: Griechen, Etrusker und Römer besuchten sie und gaben ihr einen Namen (Gorgona kommt aus dem griechischen Gorgòna, die mythische Kreatur, die anstelle ihrer Haare Schlangen trug und jeden in Stein verwandelte, der ihr in die Augen blickte). Zwischen den Bezeugungen ihrer geheimnisvollen Vergangenheit werdet ihr die Ville Margherita, auf einer Anhöhe gelegen und von antiken römischen Siedlungen erbaut, finden. Von früher christlicher Zeitrechnung an haben hier Einsiedler und später Mönche des Benediktiner- und des Cistercensiordens abwechselnd bis 1777 gelebt.

Wenn ihr Geheimnisse liebt werdet ihr euren Durst nach Entdeckungen im antiken Kloster, von dem Abt Orosio 591 erbaut, stillen können. In der Kirche werden zudem die Reliquien des San Gorgonio verehrt und sie wurde sogar von der Heiligen Catherina aus Siena besichtigt. Ein intensives Erlebnis, das euch in eine mönchische Atmosphäre mit einer starken Wirkung eintauchen lassen wird. Diese Insel ist auf alle Fälle eine Reise wert!